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Nach 80 Jahren Montessori-Arbeit in Düsseldorf feiert unsere Montessori-Grundschule am Farnweg in diesem Jahr ihr fünfzigstes Jubiläum – und Sie sind herzlich dazu eingeladen.

 

In der Woche vom 18. bis 26. Mai haben wir ein umfangreiches Programm geplant, zu dem wir über 3000 Gäste erwarten: Kinder, Eltern, Verwandte und ehemalige Schüler und Schülerinnen, die seit 50 Jahren Lesen, Schreiben, Rechnen und vieles mehr gelernt haben nach dem Leitgedanken Maria Montessoris


„ Hilf mir es selbst zu tun“.


Bereits 1907 eröffnete Maria Montessori das erste Kinderhaus in Rom. Ihr Prinzip lautete, das Kind in seiner Persönlichkeit zu achten, ihm Gelegenheit zu geben, seinen Willen zu entwickeln und den eigenen Lernbedürfnissen zu folgen. Den Kindern wird Zeit gelassen, den eigenen Lern-Rhythmus und das eigene Lern-Tempo zu finden. Aus dieser Eigenverantwortung der Kinder heraus ergibt sich unser pädagogischer Ansatz, der zu einem erfolgreichen Lernen und damit zu mehr Zufriedenheit, höherer Leistung, größerer Unabhängigkeit und einem stärkeren Selbstbewusstsein führt. Wir wissen:

Kinder tun nicht, was sie wollen; sie wollen, was sie tun.

 

Vor 50 Jahren war man weit entfernt von solchen Gedanken. Auf Anraten von Eltern, Schülern und Lehrern ließ sich die Stadt Düsseldorf am 25.4.1957 auf das Wagnis ein, die erste Montessorischule vor Ort ihren Unterricht aufnehmen zu lassen: als „Katholische Schule am Freiligrathplatz“. Damals wie heute steht die Entwicklung des Kindes im Vordergrund – und nicht der Nutzen pädagogischer Lehren von Erwachsenen. Richtungweisend dafür sind vier Grundsätze:

 

1. Das Wertlegen auf eine vorbereitete Umgebung, die Lernatmosphäre ermöglicht.

2. Jahrgangsübergreifender Unterricht von vier Jahrgängen hat Vorrang vor alters-homogenen Klassen.

3. Die Integration sowohl von hochbegabten, wie lernschwachen als auch behinderten Kindern in einer Klasse.

4. Die Qualitätssicherung der Förderung des Kindes mit dem Erwerb des Montessori-Diploms durch die Lehrerschaft und deren regelmäßige Fortbildung.

 

Nach nunmehr 50 Jahren Erfahrung aus der Praxis lässt sich feststellen:

Der Erfolg ist nachgewiesen.

Die Lernstandserhebungen anlässlich der PISA-Studie haben gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler von Montessori-Einrichtungen besser abschneiden als der Durchschnitt. Offenbar ist die „Verbindung von Lust und Leistung“ der Schlüssel zum Erfolg: das selbständige Lernen, die freie Arbeit ohne Stundenplan, die Gestaltung der Lern­materialien, die dem spielerischen Drang der Kinder folgen. Damit einher geht die Erziehung zur Partnerschaft, Gemeinschaft und sozialen Verantwortung ohne Druck und Zwang, denn

Entwicklung braucht Zeit

Zeit brauchte auch die Politik, bis sie sich zur aktuellen Bildungsreform durchringen konnte. Nur: Die meisten Reformvorhaben, die sich unter anderem im neuen NRW-Schulgesetz zeigen, sind in der Praxis der Montessori-Pädagogik seit vielen Jahren erprobt und umgesetzt. Ein Beispiel sei genannt:

Die individuelle Förderung des Kindes.

 

Individualität ist das Schlagwort schlechthin in der aktuellen Bildungsdiskussion. Ziel ist es, dass jedes Kind entsprechend seinen Fähigkeiten lernen soll. Die Lehrer und Lehrerinnen sollen ihre Schülerinnen und Schüler dort fordern, wo sie besonders gut sind, und dort besonders fördern, wo sie stärkere Unterstützung brauchen. Einfacher gesagt als getan, und doch seit Jahrzehnten gang und gäbe in der Montessori-Pädagogik:

Die freie Wahl der Arbeit.

In der Umsetzung der Montessori-Pädagogik hat sich der jahrgangs­über­greifende Unterricht für die Förderung der Kinder als die überzeugendste Unterrichtsform in der „Freien Wahl der Arbeit“ herausgestellt. Das gemeinsame Leben, Lernen und Arbeiten von jüngeren und älteren, hochbegabten und lernschwachen, behinderten und nicht-behinderten Kindern unterschiedlichster Begabung, Herkunft und Entwicklung, mit unterschiedlichen Interessen, Erfahrungen, Vorlieben und Abneigungen ist für unsere Montessori-Schüler der normale Alltag. Davon profitiert jedes Kind: Sei es, weil es anderen helfen kann oder weil andere ihm helfen können.

Anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Montessori­schule Farnweg äußerte der damalige Kultusminister von NRW, Jürgen Girgensohn, den Wunsch, dass von der Pädagogik Maria Montessoris und den Montessori­schulen Impulse ausgehen, „damit sich Schulen verschiedener pädagogischer Prägung … in ihrem Bemühen treffen, Schule zu einer ‚Stätte zu gestalten, in der sich das Lernen für die Kinder in einer freien und befreienden Atmosphäre vollziehen kann und in der sich Kinder glücklich fühlen’ (Richtlinien für Grundschulen)“. 30 Jahre später zeigt sich:
Montessori ist aktueller denn je.

Mittlerweile fördert der Montessori-Kreis 32 Düsseldorfer Montessori-Einrichtungen, damit die Montessoriarbeit sich in der Praxis immer wieder den neuen Gegebenheiten stellt, ohne die Grundsätze Montessoris zu vernachlässigen.

 

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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 20 Mai 2007 )