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Freie Wahl der Arbeit Der Weg ist das Ziel Die Montessori-Schule will mit ihrem pädagogischen Auftrag einen Weg beschreiten, der sich an der Entwicklung des Kindes orientiert. Zu den Aufgaben des Erwachsenen und insbesondere des Montessori-Lehrers gehören das Beobachten und die Hilfeleistung für die individuelle Entfaltung der Entwicklungsphasen der Kinder.
Für die freie Wahl der Arbeit gelten für das Kind die hier folgenden Grundsätze, die Professor Albert Heller in einem Vortrag am 1. Mai 1994 bei der Jahrestagung des Montessori-Landesverbandes Baden-Württemberg zusammengefasst hat: 1. Es kann jeden Tag seinen Lerngegenstand nach seinen Interessen und Bedürfnissen frei auswählen. Frei wählen können ist eine hohe kognitive und emotionale Leistung. Manchmal müssen wir vorsichtig dabei helfen. 2. Es darf frei wählen, wo es arbeiten will, sei es auf dem Tisch, auf dem Boden, im Klassenzimmer oder auf dem Flur. Montessori-Einrichtungen haben immer offene Türen. 3. Es kann frei wählen, ob es eine Aufgabe alleine, mit einem oder mehreren Partnern gemeinsam bearbeiten will. 4. Es kann ein Material beliebig oft benützen. Wir machen uns keine Sorgen, wenn es die Hunderterkette zum fünften Mal legt. Wir machen uns auch keine Sorgen, wenn es sich wochenlang nur mit Mathematikaufgaben beschäftigt; im Gegenteil, wir fördern Konzentration und Vertiefung wenn sie sich zeigt. 5. Es darf frei wählen, wie lange es mit einem Material arbeiten möchte.
Das Erstaunliche, das Ziel aber ist: die Freiheit, die den Kindern in unserer Montessori-Schule gewährt wird, missbrauchen sie keineswegs. Das direkte Produkt dieser Freiheit ist eine besondere Form von geordnetem Verhalten, eine demokratische Disziplin, die ganz ungezwungen und selbstsicher ist. Zugleich entsteht ein soziales Beziehungsgefüge, in dem Partnerschaft, (vgl. Integration) Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein nicht leere Worte und ideale Forderungen, sondern Realitäten sind, in der eine Atmosphäre des Vertrauens herrscht. Richtlinien für Lehrer/innen und Eltern Für die Erwachsenen, d.h. Lehrer und Eltern gelten die folgenden zehn Leitsätze, damit die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder im Sinne der Montessori-Pädagogik erfolgreich unterstützt werden kann: - Zulassen und nicht hindern
- Fördern und nicht irritieren
- Beobachten und nicht gängeln
- Hilfe geben, wenn erwünscht und notwendig
- Klarheit schaffen durch Einfachheit und nicht Verwirrung durch
ein Vielerlei - Sachbezogenheit statt Willkür
- Richtig vormachen statt korrigieren
- Leise und wenig sprechen statt laut und viel
- Die kleine Ordnung zu einer großen Ordnung machen.
Wachwerden kommt vor dem Aufstehen - Geduld und Zeit haben aus Respekt vor dem Kind; Ungeduld
und Eile verringern den Respekt vor dem Kind.
Richtlinien für die Klasse Schließlich bildet das Material, das wir in der Freiarbeit den Kindern an die Hand geben, die Grundlage für die Vorbereitete Umgebung. Die Lehrer/innen sind hier insbesondere gefragt, darauf zu achten, wie gearbeitet wird, wie Kinder mit den Dingen umgehen, wie sie selber damit umgehen, wie sie handeln, warten, helfen, wie sie mit dem einzelnen Kind sprechen. Erst dann geschieht Erziehung, oder besser soziale Erziehung. Der Erwerb des nationalen Montessoridiploms (eine zur Zeit von allen Lehrern erworbene Zusatzqualifikation) ist den Lehrer/innen dabei eine Hilfe. In der vorbereiteten Umgebung nach Maria Montessori gibt es eine Innere- und eine Äußere Ordnung. Innere Ordnung -das Entwicklungsmaterial muss den Bedürfnissen der Kinder entsprechen -den Schülern muss das Material vertraut sein (Lektion) -die Einübung erfolgt durch den Erwachsenen -jeder Gegenstand hat seinen festen Platz im Aufbau der Arbeitsmittel
-besser wenig als zuviel Material - keine Reitzüberflutung
-das Arbeitsmaterial soll zu Erfahrungen verhelfen -Selbstkontrolle Äußere Ordnung -das Material soll schön sein (ästhetischer Aspekt) -das Material soll haltbar sein, Stabilität hat Vorrang -klare Gliederung in der Unterbringung des Materials im Klassenraum -für das selbst entwickelte Material einen eigenen Platz -kein defektes oder halbes Material
-der Aufforderungscharakter muss ein sachlicher sein -Lehrer/in hilft bei Fragen zurückhaltend
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